Dr.-Ing. Yannic Mast vom Institut für Bioverfahrenstechnik der Universität Stuttgart erhält den DECHEMA Industrial Bioprocess Award 2026 für seine Dissertation zur Simulation von Blasensäulen mittels Lattice-Boltzmann-Methode. Die DECHEMA Fachsektion Bioprozesstechnik würdigt damit eine Arbeit, die methodische Weiterentwicklung in der Bioprozesstechnik mit direktem industriellen Anwendungsbezug verbindet.

Der Preis wird am 12. Mai 2026 im Rahmen der Himmelfahrtstagung on Bioprocess Engineering in Mainz verliehen. Mast wird seine Forschungsergebnisse in einem Vortrag vorstellen. Das Preisgeld beträgt bis zu 5.000 Euro und wird von den Industriemitgliedern der Fachsektion finanziert.
Lattice-Boltzmann-Methode als Werkzeug für industrielle Bioprozesstechnik
Die ausgezeichnete Dissertation befasst sich mit der numerischen Simulation von Blasensäulen, einem zentralen Reaktortyp in biotechnologischen Produktionsprozessen. Yannic Mast kombiniert darin die Weiterentwicklung von CFD-Methoden (Computational Fluid Dynamics) mit ihrer Anwendung auf industrielle Produktionsmaßstäbe von mehr als 500 m³. Der Lattice-Boltzmann-Ansatz ermöglicht dabei eine präzisere Modellierung der Strömungsverhältnisse in Blasensäulen, als sie mit herkömmlichen CFD-Verfahren erreichbar ist.
Die Relevanz der Arbeit liegt in der direkten Übertragbarkeit auf reale Produktionsbedingungen. Simulationsgestützte Optimierung auf diesem Maßstab reduziert den experimentellen Aufwand bei der Prozessentwicklung und bietet Industriebetrieben konkrete Ansatzpunkte zur Effizienzsteigerung. Dr. Jochen Schaub, Vorsitzender des Vorstands der Fachsektion Bioprozesstechnik und Leiter des Auswahlkomitees, hebt hervor: „Die industrielle Implementierung hat uns als Vertreter der Industrie besonders beeindruckt.“
DECHEMA Industrial Bioprocess Award: Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Bioprozesstechnik
Der DECHEMA Industrial Bioprocess Award wird seit 2018 jährlich auf der Himmelfahrtstagung on Bioprocess Engineering vergeben. Er richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, deren Dissertationen herausragende wissenschaftliche Qualität mit klar erkennbarem industriellen Anwendungsbezug verbinden. Ziel ist es, Forschende sichtbar zu machen, die zur Überführung biotechnologischer Erkenntnisse in industrielle Prozesse beitragen.
Die Himmelfahrtstagung versammelt jährlich Fachleute aus Wissenschaft und Industrie, um aktuelle Entwicklungen in der Bioprozesstechnik zu diskutieren. Die Veranstaltung findet vom 11. bis 13. Mai 2026 in Mainz statt. Das Preisgeld wird von den Industriemitgliedern der Fachsektion getragen, was den Brückenschlag zwischen akademischer Forschung und industrieller Praxis institutionell verankert.


