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Zwei Nachwuchsforscher erhalten TANIOBIS-Promotionspreis

28.09.2026

Zu gleichen Teilen vergeben wurde der Promotionspreis 2026 für Festkörperchemie und Materialforschung an Dr. Vasiliki Faka und Dr. Pascal Kolodzeiski. TANIOBIS zeichnete die beiden Dissertationen im September 2026 auf der GDCh Conference on Inorganic Chemistry in Jena aus, nachdem sich ihre Arbeiten für das Gutachterkomitee besonders hervorgetan hatten.

Feierliche Übergabe des TANIOBIS-Promotionspreises 2026 in Jena (v. l. n. r.): Dr. Markus Weinmann, Dr. Vasiliki Faka, Dr. Pascal Kolodzeiski und Prof. Angela Möller. | Foto: Prof. Holger Kohlmann
Feierliche Übergabe des TANIOBIS-Promotionspreises 2026 in Jena (v. l. n. r.): Dr. Markus Weinmann, Dr. Vasiliki Faka, Dr. Pascal Kolodzeiski und Prof. Angela Möller. | Foto: Prof. Holger Kohlmann

Beide Dissertationen behandeln Materialien, die für die Energiespeicherung und für funktionale Werkstoffe der Zukunft relevant sind. Faka untersuchte das Verhalten sulfidischer Festkörperelektrolyte unter Druck, Kolodzeiski die gezielte Steuerung metallorganischer Gerüstverbindungen.

Gutachterkomitee teilt den Promotionspreis zwischen zwei Dissertationen

Ausgeschrieben wird der Promotionspreis im Zweijahresrhythmus für Nachwuchswissenschaftler, deren Dissertationen in der Festkörperchemie und der Materialforschung herausragende wissenschaftliche Qualität zeigen. Die eingereichten Arbeiten wiesen durchweg ein hohes wissenschaftliches Niveau auf, aus dem sich in diesem Durchgang zwei Dissertationen abhoben.

„Zwei dieser Arbeiten haben sich dabei aufgrund ihrer methodischen Präzision und ihrer Relevanz für die Materialforschung besonders hervorgetan“, erklärt Dr. Markus Weinmann, der bei TANIOBIS im Bereich Forschung und Entwicklung tätig ist und dem Gutachterkomitee angehörte. „Das hat uns bewogen, den Preis in diesem Jahr zu teilen.“ Überreicht wurde die Auszeichnung von Prof. Angela Möller, Vorsitzende der Fachgruppe Festkörperchemie & Materialforschung der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), gemeinsam mit Weinmann.

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Nach Einschätzung von Weinmann verbinden beide Arbeiten Grundlagenforschung mit Fragestellungen aus der Anwendung. „Beide Preisträger zeigen, wie grundlagenorientierte Forschung und anwendungsnahe Fragestellungen zusammenwachsen können“, resümiert er. „Genau diese Verbindung aus wissenschaftlicher Tiefe und praktischer Relevanz ist es, die wir mit dem Promotionspreis fördern wollen.“

Mechanischer Druck erhöht die Leitfähigkeit von Festkörperelektrolyten

Der Festkörperelektrolyt bildet das Herzstück von Festkörperbatterien, die als eine der vielversprechendsten Technologien für die Energiespeicherung der Zukunft gelten. Die mit dem Promotionspreis ausgezeichnete Dissertation von Dr. Vasiliki Faka, die ihre Arbeit „Influence of Pressure on Structure and Transport Properties of Sulfide-Based Lithium and Sodium Ion Conductors“ an der Universität Münster abschloss, setzt an diesem Bauteil an.

Faka zeigte, dass mechanischer Druck die Struktur und die Leitfähigkeit von Festkörperelektrolyten gezielt verbessern kann. Der Druck erzeugt bleibende Versetzungslinien im Material, die den Ionentransport erleichtern und damit die Leitfähigkeit erhöhen. In Kombination mit chemischem Druck durch Elementsubstitution ergibt sich daraus ein gemeinsamer wissenschaftlicher Rahmen für die gezielte Strukturmodifikation, der für die Entwicklung sichererer und schnellladefähiger Festkörperbatterien einen relevanten Schritt darstellt.

Salze und Druck steuern Struktur und Porosität metallorganischer Gerüstverbindungen

Metallorganische Gerüstverbindungen, kurz MOFs, sind poröse Hybridmaterialien, deren Anwendungspotenzial von der Gasspeicherung bis zur Katalyse reicht. Dr. Pascal Kolodzeiski legte mit seiner an der Technischen Universität Dortmund angefertigten Arbeit „Metal-Organic Frameworks: Concepts from Glass Science and High-Pressure Behaviors“ zwei Wege dar, wie sich die Strukturen dieser Materialien gezielt steuern lassen.

Im ersten Teil der Dissertation setzte Kolodzeiski organische Lithium- und Natriumsalze als Netzwerkmodifikatoren in MOF-Gläsern ein und beeinflusste damit Struktur, thermisches Verhalten und Porosität systematisch. Der zweite Teil untersucht, wie Metallidentität, Linkerlänge und Diaminfunktionalisierung das Verhalten von MOFs unter hydrostatischem Druck bestimmen. Die Ergebnisse liefern ein tieferes Verständnis poröser und glasartiger Hybridmaterialien und eröffnen neue Ansätze für deren gezielte Weiterentwicklung.

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