Die Fakuma 2026 ist mit voll belegten Hallen und einem guten Messegeschäft zu Ende gegangen, viele Aussteller berichteten von konkreten Vertragsabschlüssen. Zur 30. Ausgabe der internationalen Fachmesse für Kunststoffverarbeitung kamen 1.547 Aussteller und 36.278 Fachbesucher nach Friedrichshafen, der Anteil ausländischer Aussteller und Besucher lag so hoch wie nie zuvor.

Zum Jubiläum vergab der Messeveranstalter P. E. Schall erstmals die Paul-Eberhard-Schall-Medaille und den Fakuma Innovation Award und ehrte jene Aussteller, die seit der ersten Messe dabei sind. Das Rahmenprogramm umfasste eine Start-up-Area mit Schwerpunkt auf Biokunststoffen, einen Round Table, ein tägliches Vortragsforum und zum Abschluss einen Karriere-Freitag für den Nachwuchs.
Aussteller der Fakuma 2026 berichten von konkreten Abschlüssen
Die Aussteller der Fakuma 2026 hoben die Qualität der Fachbesucher hervor und berichteten von einem guten Messegeschäft. Vielfach kam es zu konkreten Vertragsabschlüssen, bisher aufgeschobene Projekte wurden umgesetzt. Michael Wittmann, Geschäftsführer bei Wittmann Technology, nannte Investitions- und Zukunftssicherheit als bestimmende Themen dieses Jahres: „Es geht um einen schnellen Return on Investment und um wettbewerbsfähige Stückkosten.“ Stefan Glöckner, Geschäftsführer beim Spritzgießmaschinenhersteller Dr. Boy, sieht den Vorteil der Messe darin, mit den Fachbesuchern ungefiltert Themen zu besprechen und auf neue Herausforderungen des Marktes einzugehen: „So können wir gemeinsam konkrete Lösungen vorbereiten.“ Auch für Dr. Friedrich Kastner, CEO und Managing Partner der NGA-Gruppe, zählt der direkte Kontakt: „Besonders wertvoll ist der persönliche Austausch. Im direkten Gespräch mit Kunden und Partnern entstehen oft konkrete Ideen als Basis für neue Lösungen und langfristige Kooperationen.“
Der Auslandsanteil erreichte bei Ausstellern und Besuchern neue Höchstwerte: 51,2 Prozent der Aussteller kamen aus dem Ausland, bei den Besuchern stieg der seit Jahren wachsende internationale Anteil auf 42 Prozent. Die Aussteller belegten das Messegelände in Friedrichshafen mit zwölf Hallen vollständig und präsentierten Neuheiten und Weiterentwicklungen der Kunststoffverarbeitung.
Jeder der fünf Messetage hatte eigene Schwerpunkte. Den Auftakt bildeten die Eröffnungspressekonferenz, die Ehrung der Aussteller der ersten Stunde sowie die erstmalige Vergabe der Paul-Eberhard-Schall-Medaille und des Fakuma Innovation Award. Am zweiten Tag drehten sich die Fachgespräche um Investitionsperspektiven und die Bewertung neuer Lösungen, außerdem fand der Round Table statt. Der dritte Tag war von Spritzgieß- und Extrusionstechnologien, automatisierten Fertigungsprozessen sowie Werkstoff- und Recyclingkonzepten geprägt, die vielfach an laufenden Anlagen und anhand konkreter Anwendungsbeispiele zu sehen waren. Am vierten Tag waren die Bewältigung aktueller Herausforderungen, die Optimierung von Produktionsprozessen und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Thema, bevor der Karriere-Freitag die Messe abschloss.

Bettina Schall, Geschäftsführerin des Messeunternehmens Schall, blickt auf die Jubiläumsausgabe zurück: „Wir sind dankbar und froh, dass wir diese Jubiläumsmesse mit allen Beteiligten feiern durften. Es war ein wunderbares Branchenfest mit wertvollen Fachgesprächen und vielen schönen Begegnungen. Auf die neue Tagesfolge mit der Messedauer von Montag bis Freitag gab es positive Resonanz. Und der gewohnte und geschätzte Spirit der Fakuma war auch in diesem Jahr allseits zu spüren: thematische Relevanz, pragmatische Ausrichtung, Lösungsorientiertheit sowie der Austausch stets auf Augenhöhe. Diesen Weg gehen wir weiter, indem wir Technologien fördern, Zukunft gestalten und Menschen verbinden.“
Gründer, Wegbegleiter und Innovationen zum Jubiläum ausgezeichnet
Die erste Paul-Eberhard-Schall-Medaille nahm Juliane Hehl, geschäftsführende Gesellschafterin von Arburg, bei der Messeeröffnung entgegen. Ihr Vater Eugen Hehl, damals Geschäftsführer von Arburg, hatte die Fakuma 1981 gemeinsam mit Paul-Eberhard Schall ins Leben gerufen. Der Veranstalter würdigt die beiden Gründer dafür, mit ihrer unternehmerischen und persönlichen Zusammenarbeit Technologien gefördert, Zukunft gestaltet und Menschen verbunden zu haben. Prof. Dr. Martin Bastian, Vorstandsvorsitzender des SKZ Das Kunststoffzentrum, sagte in seiner Laudatio: „Die Erfolgsgeschichte der Fakuma wurde nicht in einem Strategiepapier geboren. Sie entstand durch Unternehmergeist, durch Vertrauen, durch Handschlagqualität, durch Menschen, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen. Und deshalb ist es nur folgerichtig, dass die erste Paul-Eberhard-Schall-Medaille an jenes Unternehmen geht, das von Anfang an zu den engsten Wegbegleitern dieser Messe gehörte.“

Eine persönliche Auszeichnung überreichte Bettina Schall an zwölf Unternehmen, die bereits bei der ersten Fakuma 1981 ausgestellt haben und bis heute zu den Ausstellern zählen. Geehrt wurden Arburg, Engel Austria, Getecha, Technotrans Solutions, Hasco Hasenclever, Ihne & Tesch, Kistler Instrumente, Werner Koch Maschinentechnik, Mold Masters Europa, Schuma Maschinenbau, Single Group und Wittmann Battenfeld.

Neu auf der Fakuma 2026 war auch der Fakuma Innovation Award, den P. E. Schall gemeinsam mit dem Medienpartner K ZEITUNG ausgelobt hat. Der Preis würdigt technologische Exzellenz, Innovationskraft und Teamleistung in der kunststoffverarbeitenden Branche und bietet den Unternehmen eine Plattform, ihre Entwicklungen zu präsentieren. Aus einer großen Zahl an Bewerbungen wählte eine Fachjury die Preisträger. Bei der Verleihung am Nachmittag des ersten Messetages wurden in den sechs Kategorien Spritzguss, Extrusion, Recycling, Werkzeug- und Formenbau/Thermoformen, Compounding und Werkstoffe sowie Peripherie jeweils die Plätze eins bis drei vergeben, insgesamt an 18 Unternehmen. Die nominierten und prämierten Innovationen waren während der Messe live zu sehen.
Rahmenprogramm mit Karriere-Freitag, Start-ups und Expertenrunde
Den letzten Messetag der Fakuma 2026 gestaltete der Veranstalter als Karriere-Freitag im Rahmen einer Kampagne zur Nachwuchsförderung. Schüler, Studenten und Berufseinsteiger erhielten bei Guided Tours, Aktionen an den Messeständen und Gesprächen mit Branchenexperten Einblicke in Technologien und Herstellungsprozesse, die teilnehmenden Unternehmen stellten ihnen Themen der Kunststoffbranche und berufliche Möglichkeiten vor. „Die Resonanz auf allen Seiten war überwältigend“, sagt Annemarie Schur, Projektleiterin der Fakuma beim Messeveranstalter P. E. Schall. „Der Karriere-Freitag war ein großartiges Finale. Viele junge Gäste haben hochinteressiert an den unterschiedlichen Aktionen teilgenommen. Unser Dank gilt allen Unternehmen, die mit ihrer Unterstützung Wege in die Zukunft aufgezeigt haben.“

In der Start-up-Area präsentierten über alle Messetage 18 junge Unternehmen und damit so viele wie noch nie neue Lösungen und Ideen für die Kunststoffbranche. Stark vertreten waren Biomaterialien, etwa für Verpackungen, Haushaltswaren oder Medizinprodukte. Biokunststoffe aus natürlichen und erneuerbaren Ressourcen wie Algen, Mais oder Kartoffelstärke sind abbaubar sowie recyclingfähig und tragen dazu bei, Kunststoffabfälle in der Umwelt zu vermeiden. Da Materialperformance und Qualität steigen, wächst auch die Einsatzbreite dieser Werkstoffe.
Beim Round Table am zweiten Messetag diskutierten unter dem Motto „Die Stärken stärken“ Eva Söhnlein, Geschäftsführerin der Geiger Gruppe, Dr. Johannes Kilian, Vice President Process and Application Technology bei Engel Austria, Günther Klammer, CTO bei der Next Generation Holding, und Michael Weigelt, Geschäftsführer von TecPart – Verband Technische Kunststoff-Produkte, Handlungsfelder für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Darüber hinaus bot das Forum an allen Messetagen Fachvorträge für Wissenstransfer, Know-how-Austausch und Networking.
Die 31. Fakuma findet im Oktober 2027 wieder in Friedrichshafen statt.


