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Transformation kann laut NEFI Wettbewerbsfähigkeit stärken

05.11.2026

Österreichische Industrieunternehmen können ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit über die Transformation zu einer klimafitten Industrie stärken. Zu diesem Fazit kamen über 200 Vertreter aus Industrie, Forschung und Politik aus 14 Ländern, die sich im Oktober 2026 bei der vierten Konferenz des Innovationsnetzwerks NEFI – New Energy for Industry im Wiener MuseumsQuartier trafen.

NEFI-Konferenz 2026: Industrielle Transformation als Chance für Wettbewerbsfähigkeit. Bild v.l.n.r.: Thomas Kienberger (Montanuniversität Leoben/NEFI), Martin Graf (Energie Steiermark), Stephan Laiminger (INNIO Jenbacher), Mercedes Maroto-Valer (Heriot-Watt University/IDRIC), Urban Peyker (Klima- und Energiefonds), Judith Neyer (Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus), Alexander Sauer (Universität Stuttgart/Fraunhofer IPA), Bernhard Gahleitner (AIT/NEFI), Dorian Wessely (Business Upper Austria/NEFI), Cornelia Ertl (Moderatorin), Christian Wallner (KELAG). | Foto: AIT/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger
NEFI-Konferenz 2026: Industrielle Transformation als Chance für Wettbewerbsfähigkeit. Bild v.l.n.r.: Thomas Kienberger (Montanuniversität Leoben/NEFI), Martin Graf (Energie Steiermark), Stephan Laiminger (INNIO Jenbacher), Mercedes Maroto-Valer (Heriot-Watt University/IDRIC), Urban Peyker (Klima- und Energiefonds), Judith Neyer (Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus), Alexander Sauer (Universität Stuttgart/Fraunhofer IPA), Bernhard Gahleitner (AIT/NEFI), Dorian Wessely (Business Upper Austria/NEFI), Cornelia Ertl (Moderatorin), Christian Wallner (KELAG). | Foto: AIT/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

In 13 thematischen Sessions standen konkrete Lösungen für die Umstellung industrieller Prozesse zur Diskussion. Präsentiert wurde zudem der Impact Report des Netzwerks, der für 55 Projekte den Beitrag zu Klimaschutz, Wertschöpfung und Versorgungssicherheit beziffert. Daneben wurden das Virtual Industry Lab als XR-Showroom vorgestellt und der Young Scientist Award 2026 vergeben.

Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts braucht stabile Rahmenbedingungen

Wie sich die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts stärken lässt und welche technologischen Innovationen und politischen Rahmenbedingungen dafür erforderlich sind, behandelten die Teilnehmer der vierten NEFI-Konferenz unter dem Motto „Future Industry – Innovating for Competitiveness“. In den Sessions wurden aktuelle Forschungsergebnisse, Praxisbeispiele und strategische Perspektiven zur Transformation industrieller Prozesse diskutiert. Insgesamt umfasste das Programm rund 80 wissenschaftliche Beiträge.

Thomas Kienberger, Leiter des Innovationslabors NEFI+ und des Lehrstuhls für Energieverbundtechnik an der Montanuniversität Leoben, verweist auf die Umsetzung: „Innovation entscheidet über die industrielle Wettbewerbsfähigkeit von morgen. In NEFI bilden wir über unsere Szenarien den Rahmen für die Transformation und beschleunigen die Umsetzung – von Elektrifizierung und Effizienz über Flexibilisierung und erneuerbare Gase bis hin zu Carbon Capture, Utilisation and Storage (CCU/S), Kreislaufwirtschaft und industrieller Symbiose. Unser Anspruch ist klar: Technologien nicht nur entwickeln, sondern in realen Betrieben skalieren und damit messbare Wirkung für Standorte, Wertschöpfung und Klimaschutz erzielen.“

In den internationalen Keynotes brachten Stefan Lechtenböhmer von der Universität Kassel, Mercedes Maroto-Valer von der Heriot-Watt University und IDRIC, Alexander Sauer von der Universität Stuttgart und dem Fraunhofer IPA sowie Christian Wallner von der KELAG Impulse aus Forschung, Industrie und Energieinfrastruktur ein. Auf dem Podium erörterten Martin Graf von der Energie Steiermark, Thomas Kienberger, Stephan Laiminger von INNIO Jenbacher, Judith Neyer vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus sowie Urban Peyker vom Klima- und Energiefonds zentrale Herausforderungen der industriellen Transformation.

Damit österreichische Unternehmen die Transformation für ihre Position im internationalen Wettbewerb nutzen können, sind stabile politische Rahmenbedingungen, gezielte Unterstützung für Forschung und Innovation sowie Demonstrations- und Investitionsprojekte erforderlich, über die neue Technologien in die industrielle Praxis gelangen. Als wesentlicher Hebel für die Umsetzung wurden zudem Förderinstrumente für den Umbau der Industrie genannt.

NEFI Impact Report beziffert Potenzial für CO₂-Reduktion

Der NEFI Impact Report 2018-2026 bilanziert die Aktivitäten des Innovationsnetzwerks mit 55 Projekten, 110 Millionen Euro an Fördermitteln und 275 Millionen Euro an damit verbundenen Investitionen. Die Summe stellt der Klima- und Energiefonds aus Mitteln des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BM IMI) bereit. Darüber hinaus weist der Bericht aus, welchen Beitrag die entwickelten Innovationen zu Klimaschutz und Wertschöpfung leisten.

Laut der Potenzialanalyse können bei einem ambitionierten, aber realistisch erreichbaren Roll-out der Lösungen bis 2040 die kumulierten industriellen CO₂-Emissionen um bis zu 53 Prozent und die kumulierten fossilen Energieimporte um bis zu 26 Prozent sinken. Der Report kommt damit zu dem Schluss, dass die industrielle Transformation schaffbar ist und zugleich Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit stärken kann. Bernhard Gahleitner, NEFI-Verbundkoordinator am AIT Austrian Institute of Technology, ordnet die Bilanz ein: „Die industrielle Transformation ist kein Selbstzweck – sie ist Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit einer Wirtschaft im Wandel hin zur Klimaneutralität. NEFI zeigt, wie Forschung, Unternehmen und Politik gemeinsam Tempo machen: Wir bündeln Wissen, testen Technologien unter Realbedingungen. Mit dem präsentierten NEFI Impact Report machen wir transparent, welchen Beitrag unsere 55 Projekte für Klima, Wirtschaft und Resilienz leisten – und wo die nächsten Hebel liegen.“

Gefördert wird das Netzwerk, das für die Transformation der Industrie gegründet wurde und Schlüsseltechnologien aus Österreich entwickelt, im Programm „Vorzeigeregion Energie“ und in der gleichnamigen FTI-Initiative. Getragen wird es von einem Konsortium aus AIT Austrian Institute of Technology, Montanuniversität Leoben, OÖ Energiesparverband und der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria, das seine Erfahrung in Energieforschung und Projektumsetzung bündelt und von den Bundesländern Oberösterreich und Steiermark maßgeblich unterstützt wird. Inzwischen arbeiten über 165 Partner aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentlichen Institutionen in den 55 Projekten an technologischen und systemischen Lösungen, die die Energiewende in der Industrie ermöglichen sollen.

Virtual Industry Lab macht Dekarbonisierungspfade in XR erlebbar

Das NEFI Virtual Industry Lab (VIL) wurde am Vorabend der Konferenz als XR-Showroom und digitaler Tool-Hub vorgestellt. Das AIT entwickelte maßgeblich die immersiven XR-Erlebnisse für unterschiedliche industrielle Anwendungsfälle, die Lösungen für die industrielle Transformation anschaulich und interaktiv darstellen. Der Tool-Hub unterstützt Industrieunternehmen dabei, nachhaltige Energie- und Ressourcensysteme zu bewerten, zu planen und umzusetzen.

Der VIL Showroom ist ein hybrider physisch-virtueller Showroom, der fortschrittliche Industrietechnologien mit immersiver Extended Reality (XR) zum Leben erweckt. | Foto: AIT/Daniel_Hinterramskogler
Der VIL Showroom ist ein hybrider physisch-virtueller Showroom, der fortschrittliche Industrietechnologien mit immersiver Extended Reality (XR) zum Leben erweckt. | Foto: AIT/Daniel_Hinterramskogler

Anhand von Anwendungsbeispielen aus der Ziegelproduktion sowie der Pharma- und Papierindustrie erfuhren die internationalen Gäste, wie digitale Visualisierungen und Optimierungswerkzeuge Unternehmen bei der Entwicklung technischer und wirtschaftlicher Dekarbonisierungspfade unterstützen. Die Bedeutung von Simulation für industrielle Entscheidungsprozesse unterstrichen in ihren Beiträgen Andreas Kugi, Scientific Director am AIT, Bernhard Gahleitner, Manfred Tscheligi, Leiter des Centers für Technology Experience am AIT, und Johannes Rath, CTO der Wienerberger AG. Mit dem VIL soll der Wissenstransfer in die industrielle Praxis gestärkt werden.

Young Scientist Award prämiert Forschung zum CO₂-Management

Mit dem NEFI Young Scientist Award 2026 wurden wissenschaftliche Arbeiten junger Forscher ausgezeichnet. Aufgrund der Qualität der Einreichungen wurden zwei erste Plätze und ein dritter Platz vergeben. Unterstützt werden die Auszeichnungen von INNIO, der Kelag-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft und OMV.

Mit dem NEFI Young Scientist Award wurden herausragende wissenschaftliche Arbeiten junger Forscher:innen ausgezeichnet. Am Bild v.l.n.r.: Thomas Kienberger (Montanuniversität Leoben/NEFI), Bernhard Gahleitner (AIT/NEFI), Stefan Grottendorfer (OMV), Maria Berchiche (Platz 1 - Mines Paris–PSL), Susanne Hochmeister (Platz 1, Montanuniversität Leoben), Michael Schüngel (Platz 3, Universität Kassel), Stephan Laiminger (INNIO Jenbacher), Cornelia Ertl (Moderatorin), Christian Wallner (KELAG). | Foto: AIT/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger
Mit dem NEFI Young Scientist Award wurden herausragende wissenschaftliche Arbeiten junger Forscher:innen ausgezeichnet. Am Bild v.l.n.r.: Thomas Kienberger (Montanuniversität Leoben/NEFI), Bernhard Gahleitner (AIT/NEFI), Stefan Grottendorfer (OMV), Maria Berchiche (Platz 1 – Mines Paris–PSL), Susanne Hochmeister (Platz 1, Montanuniversität Leoben), Michael Schüngel (Platz 3, Universität Kassel), Stephan Laiminger (INNIO Jenbacher), Cornelia Ertl (Moderatorin), Christian Wallner (KELAG). | Foto: AIT/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

Je einen ersten Platz erhielten Maria Berchiche von Mines Paris-PSL in Frankreich für die Arbeit „Planning CO2 Infrastructure for Industrial Decarbonisation: A Spatial Approach to Network Deployment Across Europe“ und Susanne Hochmeister von der Montanuniversität Leoben für „Decentralised CO2 Sinks Based on Mineral Carbonation in Austria: Results from the Project DeCarbStore“. Den dritten Platz belegte Michael Schüngel von der Universität Kassel in Deutschland mit der Arbeit „EU Petrochemical Industry Pathways: Carbon Management and Circular Economy in a Cross-Sectoral Perspective“.

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