Mit der Novellierung der Europäischen Kommunalen Abwasserrichtlinie KARL EU 2024/3019 erhält die Abwasseranalyse eine neue regulatorische Grundlage. Erstmals wird der Parameter TOC (Total Organic Carbon) als gleichwertiger Summenparameter neben dem CSB (Chemischer Sauerstoffbedarf) fest verankert. Damit erweitert sich der methodische Rahmen für die Bestimmung der organischen Belastung in kommunalen und industriellen Abwässern.

Die Richtlinie definiert neben technischen Anforderungen auch verbindliche Vorgaben für die Analytik. Die Gleichstellung von TOC und CSB schafft Technologiefreiheit für die Mitgliedsstaaten und eröffnet Spielräume für eine nachhaltigere und wirtschaftlichere Abwasseranalyse. Analytik Jena greift diese Änderungen in zwei Online-Events auf und erläutert die praktische Umsetzung der neuen Anforderungen.
Gleichstellung von TOC und CSB in der Abwasseranalyse
Die überarbeitete Richtlinie KARL EU 2024/3019 verankert TOC erstmals als gleichwertigen Summenparameter neben dem CSB. In der englischen Fassung, der Urban Waste Water Treatment Directive (UWWTD EU 2024/3019), wird TOC entsprechend als gleichwertig zu COD (Chemical Oxygen Demand) anerkannt. Damit wird die Bestimmung des Gesamtgehalts an organisch gebundenem Kohlenstoff regulatorisch auf eine Stufe mit dem chemischen Sauerstoffbedarf gestellt.
Diese Gleichstellung bedeutet, dass Mitgliedsstaaten TOC als Alternative zur CSB- beziehungsweise COD-Bestimmung einsetzen können. TOC gilt dabei als wirtschaftliche und umweltfreundliche Alternative zur als gefährlich eingestuften COD-Bestimmung. Für Betreiber kommunaler Abwasserwerke, industrielle Einleiter und Überwachungsbehörden ergeben sich daraus neue Optionen in der praktischen Abwasseranalyse.
Web-Seminar zu KARL und TOC-Systemen
Das deutschsprachige Web-Seminar „KARL – TOC, der ‚neue‘ Parameter“ am 24. Februar 2026 von 10:00 bis 11:00 CET behandelt die regulatorischen Hintergründe der Richtlinie sowie die methodischen Unterschiede zwischen TOC- und CSB-Bestimmung. Darüber hinaus werden Umwelt- und Kostenvorteile der TOC-Analytik im Vergleich zum CSB dargestellt.
Vorgestellt werden zudem TOC-Systeme mit hohem Automatisierungsgrad und flexiblen Einsatzmöglichkeiten. Als Referierende wirken Stefan Jezierski-Räcke, Industriemanager Umwelt, Bernd Bletzinger, Produktmanager TOC, sowie Tim Kießling, Applikationsspezialist Summenparameter, jeweils von der Analytik Jena GmbH+Co. KG. Das Web-Seminar richtet sich an kommunale Abwasserwerke und Abwasserzweckverbände, industrielle Direkt- und Indirekteinleiter, Umweltlabore, behördliche Überwachungsorgane sowie Beratungs- und Planungsbüros für Abwasserwerke.
Expert Talk zur Umstellung von COD auf TOC
Der englischsprachige Expert Talk „From COD to TOC“ findet am 19. Februar 2026 von 10:00 bis 10:30 CET statt. Inhaltlich geht es um die konkrete Umstellung von COD auf TOC in der betrieblichen Praxis. Grundlage ist die Anerkennung von TOC als gleichwertigem Parameter zur Bestimmung der Wasserbelastung gemäß UWWTD EU 2024/3019.
Hans Wieten, Laboratory Manager bei Smurfit Westrock Parenco in den Niederlanden, berichtet über praktische Schritte, Herausforderungen sowie Vorteile der Umstellung. Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in der Umweltanalytik begleitet er den Übergang von COD zu TOC in einem Land, das den COD bereits schrittweise ablöst. Ergänzt wird der Expert Talk durch Bernd Bletzinger, Product Manager TOC bei Analytik Jena GmbH+Co. KG. Eine interaktive Fragerunde ist Bestandteil der Veranstaltung.
Für beide Online-Events ist eine Registrierung möglich; Teilnehmende erhalten bei Bedarf Zugriff auf die jeweilige Aufzeichnung. Damit bietet Analytik Jena eine strukturierte fachliche Einordnung der Änderungen durch KARL EU 2024/3019 und deren Auswirkungen auf die Abwasseranalyse.


