Die Transformation zur Kreislaufwirtschaft wird als internationale Gemeinschaftsaufgabe verstanden, die nur im Zusammenspiel von Politik, Industrie und Wissenschaft vorangetrieben werden kann. Vor diesem Hintergrund bringt die Circular Valley Convention 2026 führende Vertreterinnen und Vertreter dieser Bereiche zusammen und thematisiert, wie grenzüberschreitende Kooperationen strukturiert sind und welche konkreten Vorhaben daraus hervorgehen. Dabei stehen nicht abstrakte Zielbilder im Mittelpunkt, sondern gemeinsame Projekte, thematische Projektgruppen und praxisnahe Lösungen für zentrale Industriezweige Europas.

Die Veranstaltung ordnet diese Zusammenarbeit in einen größeren europäischen Kontext ein, in dem industrielle Wertschöpfung, politische Rahmenbedingungen und wissenschaftliche Expertise ineinandergreifen. Durch die Verbindung dieser Ebenen entsteht ein Rahmen, in dem die Transformation zur Kreislaufwirtschaft nicht isoliert betrachtet wird, sondern als Ergebnis abgestimmter, länderübergreifender Prozesse entlang bestehender Wertschöpfungsketten.
Grenzüberschreitende Kooperation in der Kreislaufwirtschaft
Ein besonderer Fokus liegt auf der Kooperation zwischen Nordrhein-Westfalen und Flandern, die im Jahr 2025 um die Niederlande erweitert wurde. Dieses trilaterale Bündnis im Herzen Europas bildet zugleich den größten industriellen Ballungsraum des Kontinents und steht exemplarisch für eine strukturierte, grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der Kreislaufwirtschaft. In diesem Rahmen befassen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Forschung mit der Frage, wie strategische Zielsetzungen in konkrete Gemeinschaftsprojekte überführt werden können.
Zu den beteiligten Persönlichkeiten zählen Staatsekretär Viktor Haase vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen sowie Staatssekretärin Silke Krebs aus dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Ebenfalls eingebunden sind Brigitte Mouligneau, Transition Manager Circular Economy bei Circular Flanders, Arnoud Passenier aus dem niederländischen Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, der zugleich den Strategischen Aufsichtsausschuss der trilateralen Kooperation vorsitzt, Inge Neven, CEO von VITO, sowie Cornelius Laaser, Referatsleiter Circular Economy im Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. In gemeinsamen Projektgruppen werden unter anderem die Themen Chemie, Batterien und Baustoffe behandelt, die als Schlüsselindustrien für die europäische Kreislaufwirtschaft gelten und daher besondere Aufmerksamkeit erfahren.
Kunststoff- und Recyclingwertschöpfungskette im europäischen Austausch
Ergänzend zur trilateralen Struktur wird die europäische Perspektive durch eine Länderbeteiligung aus Österreich erweitert. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Industrie und angewandter Forschung bringen ihre Erfahrungen entlang der Kunststoff- und Recyclingwertschöpfungskette ein und tragen damit zur fachlichen Vertiefung der Diskussion über industrielle Lösungen in der Kreislaufwirtschaft bei. Auf diese Weise wird deutlich, wie nationale Beiträge über formale Partnerschaften hinaus in einen größeren europäischen Zusammenhang eingebettet sind.
Zu den Mitwirkenden gehören Dr. Michael Scherz von WKÖ – Außenwirtschaft Austria, Claudia Legawiec von der EREMA Group, Michael Heinzelreiter von Business Upper Austria, Werner Kruschitz von KRM Recycling, Dr. Christoph Burgstaller vom Transfercenter für Kunststofftechnik sowie Dr. Christian Kirchnawy vom OFI Forschungsinstitut für Chemie und Technik. Darüber hinaus widmet sich das Panel „Energy, Digitalization & AI“ der Frage, welche Rolle digitale Technologien, Energieinfrastrukturen und Künstliche Intelligenz in grenzüberschreitenden Projekten spielen. Prof. Dr. Christian Doetsch von der Fraunhofer-Allianz ENERGIE und Alexander Garbar von duisport diskutieren gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Industrie und Technologie über Datenräume, digitale Steuerungssysteme und intelligente Energielösungen, die internationale Wertschöpfungsketten unterstützen.
Uniting Industries for a Circular Tomorrow
Auch das Abendprogramm greift die europäische Dimension auf und erweitert die fachliche Diskussion um eine kulturelle Perspektive. Der internationale Trash-Artist HA Schult spricht über 60 Jahre europäische Trashkunst und tritt dazu in einen Dialog mit Channing Roberts, der seit sechs Jahrzehnten die Entwicklung des Silicon Valley begleitet hat. Dabei werden kulturelle Entwicklungen und technologische Transformationsprozesse miteinander in Beziehung gesetzt und Fragen zu Nachhaltigkeit, Konsum und Innovation in einen größeren Zusammenhang gestellt.
Unter dem Leitmotiv „Uniting Industries for a Circular Tomorrow“ verbindet die Circular Valley Convention 2026 Konferenz, Messe und Networking in einem gemeinsamen Format. Zahlreiche Aussteller präsentieren Technologien, Produkte und Geschäftsmodelle entlang des gesamten Produktlebenszyklus und veranschaulichen damit die Bandbreite industrieller Ansätze in der Kreislaufwirtschaft. Die Veranstaltung ist eine Gemeinschaftsinitiative von Circular Valley, Messe Düsseldorf und Fraunhofer-Instituten; Co-Gastgeber sind BASF, Bayer, Evonik, Henkel und Vorwerk. Sie findet am 11. und 12. März 2026 im Areal Böhler in Düsseldorf statt.
Circular Valley mit Sitz in der erweiterten Rhein-Ruhr-Region versteht sich als internationaler Hotspot für die Kreislaufwirtschaft. Die gemeinnützige Circular Valley Stiftung bringt branchen- und technologieübergreifend Unternehmen, Startups, Wissenschaft und Politik zusammen und setzt Schwerpunkte in der Öffentlichkeitsarbeit, im weltweit ersten Circular Economy Accelerator sowie in der Erarbeitung von Politikempfehlungen.


