In Karlsbad in Tschechien hat WACKER einen neuen Produktionsstandort für Silicone in Betrieb genommen und ordnet damit seine europäischen Siliconaktivitäten neu. Auf der ersten Produktionslinie, die nach rund zwei Jahren Bauzeit anlief, entstehen maßgeschneiderte Produkte für mehrere industrielle Schlüsselbranchen.

Mit der Inbetriebnahme bündelt WACKER seine Siliconfertigung in Europa neu und verteilt die Produktgruppen über die bestehenden Werke in Pilsen, Nünchritz und Burghausen. Für die Region Karlsbad eröffnet der Standort eine neue wirtschaftliche Perspektive mit qualifizierten Arbeitsplätzen.
Neuer Produktionsverbund verteilt die Silicone auf vier Werke
Mit dem Start in Karlsbad verteilt WACKER die Herstellung seiner Silicone neu auf vier europäische Werke. Am neuen Standort laufen künftig raumtemperaturvernetzende Produkte und Festsiliconkautschuke zusammen, während die Flüssigsiliconkautschuke aus Burghausen kommen. Aus Pilsen stammen wärmeleitfähige Silicone und Vergussmassen für die Automobilindustrie sowie Silicongele für die Wundversorgung, womit die Kunden im Verbund der Standorte Pilsen, Nünchritz, Burghausen und Karlsbad beliefert werden. Die maßgeschneiderten Produkte gehen an die Automobil-, Hausgeräte- und Medizintechnikindustrie sowie an den Energiesektor.
Christian Kirsten, Vorstandsmitglied von WACKER, ordnete die Neuaufstellung bei der Eröffnungsfeier vor rund 100 Gästen aus Politik und Wirtschaft ein. „Karlsbad ist ein wichtiges Standbein für unsere Siliconaktivitäten in Europa und zentraler Baustein unserer Spezialitätenstrategie“, sagte er. „Mit dem neuen Standort bauen wir unsere Position als Lösungsanbieter für Kunden in wichtigen Schlüsselindustrien aus.“

„Mit Karlsbad wird unser Produktionsverbund in Europa deutlich flexibler, agiler und effizienter“, betonte Kirsten in seiner Festrede. „Karlsbad ergänzt unsere bestehenden Standorte und schafft dank neuester Produktionstechnik die Voraussetzungen für höchste Effizienz und Qualität. Damit können wir unsere Kunden in Zukunft noch besser mit hochwertigen und innovativen Produkten bedienen. Mit Karlsbad schlagen wir ein neues Kapitel in der Erfolgsstory unserer Silicone auf.“
Wachstumsmärkte verlangen Werkstoffe jenseits klassischer Materialien
Die Nachfrage nach Silicone wächst vor allem dort, wo herkömmliche Werkstoffe an ihre Grenzen stoßen. Treiber sind Megatrends in der Elektromobilität, der Medizintechnik, den erneuerbaren Energien, dem Netzausbau und der Digitalisierung.
Maßgeschneiderte Siliconelastomere kommen vor allem in Anwendungen zum Einsatz, in denen klassische Materialien die hohen und steigenden Anforderungen nicht erfüllen, etwa im Wärmemanagement von Elektroautos, in der Wundversorgung oder in der Energietechnik. Für diese Wachstumsmärkte fertigt WACKER in Karlsbad künftig Silicone, mit denen sich solche Anforderungen bewältigen lassen.
Neue Arbeitsplätze stärken den Wirtschaftsstandort Karlsbad
Mit dem zweiten tschechischen Standort schafft WACKER zusätzliche Arbeitsplätze in der Region Karlsbad. Das Unternehmen ist seit den 1990er Jahren in Tschechien präsent und betreibt seit 2008 in Pilsen einen Standort für Siliconfertigmassen, an dem inzwischen auch wärmeleitfähige Silicone und Silicongele entstehen und der 2023 zum Sitz eines konzernweiten Excellence Hubs wurde. In Karlsbad sollen bis 2028 rund 200 Arbeitsplätze entstehen und mit qualifizierten Fachkräften aus der Umgebung besetzt werden.

Am Rande der Feierlichkeiten unterzeichneten WACKER, die Stadt und der Landkreis eine Kooperationsvereinbarung. „Ich begrüße es sehr, dass WACKER in die Region Karlsbad kommt. Wir sind bestrebt, Unternehmen anzusiedeln, die einen erheblichen Mehrwert für die Region bringen, und genau das ist hier der Fall“, sagte Landeshauptmann Petr Kubis. Bürgermeisterin Andrea Pfeffer Ferklová verwies auf die langjährigen Ansiedlungsbemühungen der Stadt: „Die Stadt arbeitet schon seit langem an der Ansiedelung von Unternehmen in der Region. Mit WACKER haben wir einen Partner gefunden, der Wohlstand, attraktive Arbeitsplätze, innovative Produkte und Technologien und eine nachhaltige Produktion nach Karlsbad bringt, was wir sehr zu schätzen wissen.“
Investor und Entwickler errichteten die Anlage auf 25.000 Quadratmetern
Das Werk steht auf einem 25.000 Quadratmeter großen Industrieareal im Norden Karlsbads. Eigentümer von Grundstück und Gebäude ist die Investmentgruppe Accolade, die Baumaßnahmen führte der Immobilienentwickler Panattoni aus, während WACKER die Produktionsanlagen und Laboreinrichtungen konzipierte. Die erste Produktionslinie ging nach rund zwei Jahren Bauzeit in Betrieb.
Jiří Zita, Vertriebsleiter von Panattoni, hob beim Festakt die Bedeutung für die Region hervor. „Wir sind sehr stolz auf diesen Standort in Karlsbad, denn er gibt der Region, in der die Kur-, Energie- und Kohleindustrie eine lange Tradition hat, eine neue Perspektive. Von Anfang an war es unser Ziel, nicht nur die Voraussetzungen für eine Industrieanlage mit höchsten Qualitätsstandards zu schaffen, sondern auch Impulse für die weitere Entwicklung der Wirtschaft vor Ort zu geben“, sagte er. Accolade-CEO Milan Kratina sprach von einem Wendepunkt und sah den Standort als signifikanten Gewinn für die industrielle Entwicklung der Region. „Tage, an denen wir nicht mehr über das Potenzial, sondern über die Früchte unserer Investitionen sprechen, sind die schönste Belohnung für die vielen Jahre der Vorbereitung“, sagte der Manager und dankte dem Projektteam, der Region und der Stadt Karlsbad sowie dem Mieter WACKER für das entgegengebrachte Vertrauen.


