Anzeige

Report zeigt Europas Schlüsselrolle bei Recyclingtechnologien

07.01.2026

Der Report „Mapping of Global Advanced Plastic Recycling Capacities“ des nova-Instituts weist Europa eine zentrale Rolle im globalen Markt fortschrittlicher Recyclingtechnologien für Kunststoffe zu. Grundlage der Analyse sind Daten zu 390 geplanten, installierten und in Betrieb befindlichen Anlagen weltweit, die nach Technologien, Kapazitäten sowie regionaler Verteilung ausgewertet wurden.

Der Report des nova-Instituts liefert den umfassendsten Überblick über den dynamischen globalen Markt fortschrittlicher Recyclingtechnologien. | Bild: nova Institut
Der Report des nova-Instituts liefert den umfassendsten Überblick über den dynamischen globalen Markt fortschrittlicher Recyclingtechnologien. | Bild: nova Institut

Die Auswertung zeigt, dass mechanisches Recycling allein nicht ausreicht, um alle Kunststoffabfallströme zu erfassen, und daher durch chemische und physikalische Recyclingtechnologien ergänzt werden muss. Vor diesem Hintergrund belegt der Report, dass ein erheblicher Teil der globalen Kapazitäten und Produktionsmengen in Europa angesiedelt ist und die Produktionskapazitäten für Polymere, Monomere und Naphtha aus fortschrittlichem Recycling bis 2031 deutlich wachsen sollen.

Recyclingtechnologien als notwendige Ergänzung zum mechanischen Recycling

Der Report des nova-Instituts ordnet fortschrittliche Recyclingtechnologien als komplementäre Lösung zum mechanischen Recycling ein. Mechanische Verfahren bleiben zwar relevant, sind jedoch nur eingeschränkt für gemischte und kontaminierte Kunststoffabfälle geeignet. Für diese Abfallströme sind zusätzliche Verfahren erforderlich, um Materialien weiterzuverwerten und Kohlenstoff dauerhaft im industriellen Kreislauf zu halten.

Chemische und physikalische Recyclingtechnologien setzen genau an diesen Grenzen an. Der Report beschreibt Verfahren wie Auflösung, Enzymolyse, Solvolyse, Pyrolyse und Gasifizierung, mit denen Kunststoffabfälle in verwertbare Rohstoffe überführt werden. Zu den entstehenden Produkten zählen Monomere, Naphtha, sekundäre Wertstoffe sowie Synthesegas, die erneut in die Kunststoff-Wertschöpfungskette eingebracht werden können.

Wo neue Kapazitäten entstehen

Die Auswertung der 390 weltweit erfassten Anlagen zeigt deutliche regionale Schwerpunkte. Ein erheblicher Teil der installierten und geplanten Kapazitäten entfällt auf Europa, das damit eine zentrale Position im globalen Markt einnimmt. Laut Report entfallen rund 20 % der globalen Eingangskapazitäten sowie etwa 26 % der weltweiten Produktion von recycelten Polymeren, Monomeren, Naphtha und SVC auf europäische Anlagen.

Anzahl installierter Anlagen für fortschrittliche Recyclingtechnologien in der Region EU27+3. | Bild: nova Institut
Anzahl installierter Anlagen für fortschrittliche Recyclingtechnologien in der Region EU27+3. | Bild: nova Institut

Innerhalb Europas weisen insbesondere die Niederlande und Deutschland die höchste Anzahl an Anlagen auf. Diese Konzentration wird im Report mit einer starken Innovationsbasis und einer klaren Ausrichtung auf die Kreislaufwirtschaft in Verbindung gebracht. Die regionale Analyse verdeutlicht zugleich, dass sich fortschrittliche Recyclingtechnologien in Europa über verschiedene technologische Ansätze hinweg etabliert haben.

Eingangskapazitäten fortschrittlicher Recyclingtechnologien für Kunststoffabfälle in der Region EU27+3. | Bild: nova Institut
Eingangskapazitäten fortschrittlicher Recyclingtechnologien für Kunststoffabfälle in der Region EU27+3. | Bild: nova Institut

Technologische Schwerpunkte und Marktakteure

In der Region EU27+3 identifiziert der Report mehr als 70 geplante und in Betrieb befindliche Anlagen für fortschrittliche Recyclingtechnologien. Als Beispiele werden unter anderem LYB Solvent Recycling in Deutschland, Carbios in Frankreich und Blue Alp in Belgien genannt. Die Bandbreite der Akteure reicht von spezialisierten Technologieanbietern bis hin zu etablierten Industrieunternehmen.

Produktionskapazitäten fortschrittlicher Recyclingtechnologien nach Outputströmen in der Region EU27+3. | Bild: nova Institut
Produktionskapazitäten fortschrittlicher Recyclingtechnologien nach Outputströmen in der Region EU27+3. | Bild: nova Institut

Aktuell stellen Pyrolyse- und Solvolyseverfahren den größten Anteil der installierten Kapazitäten. Gleichzeitig zeigt der Report, dass sich biochemische und physikalische Verfahren dynamisch weiterentwickeln. Diese technologische Vielfalt unterstreicht die Geschwindigkeit, mit der sich der Markt verändert, und erklärt, warum eine systematische Erfassung der Kapazitäten erforderlich ist.

Erwartete Entwicklung bis 2031

Trotz bestehender Herausforderungen durch Verzögerungen bei Regulierung und Finanzierung zeichnet der Report ein insgesamt positives Bild für die weitere Entwicklung. Sowohl global als auch in Europa wird ein deutlicher Ausbau der Kapazitäten erwartet. Für Europa prognostiziert die Analyse bis 2031 eine Vervierfachung der Produktionskapazitäten für Polymere, Monomere und Naphtha aus chemischem und physikalischem Recycling.

Installierte und geplante Produktionskapazitäten fortschrittlicher Recyclingtechnologien in der Region EU27+3. | Bild: nova Institut
Installierte und geplante Produktionskapazitäten fortschrittlicher Recyclingtechnologien in der Region EU27+3. | Bild: nova Institut

Weltweit sollen sich die entsprechenden Kapazitäten im gleichen Zeitraum voraussichtlich verdreifachen. Der Report verweist darauf, dass laufende Überarbeitungen der Recyclingrichtlinien und Investitionsrahmenbedingungen durch die Europäische Kommission zusätzliche Anreize für Innovationen und Kapazitätserweiterungen schaffen könnten.

Über den Report

Der 35-seitige Report stellt globale und regionale Marktdaten zu fortschrittlichen Recyclingtechnologien zusammen und visualisiert deren Verteilung anhand von Technologiekarten sowie eines umfassenden Sankey-Diagramms zu Materialflüssen. Die Analyse aktualisiert die bestehenden Daten zu Input- und Output-Kapazitäten für den Zeitraum von 2024 bis 2031 und ordnet aktuelle sowie geplante Anlagen systematisch ein.

Die Veröffentlichung richtet sich an politische Entscheidungsträger, Investoren und Akteure der Kunststoff- und Recyclingbranche, die sich mit dem Übergang zu einer erneuerbaren Kohlenstoff- und Kreislaufwirtschaft befassen. Technologie- und Unternehmensprofile sind nicht Bestandteil dieses Reports und werden in einer separaten Studie des nova-Instituts behandelt. Der Report ist im November 2025 erschienen.

Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Anzeige
Anzeige