RiBotl Solutions stellt in Indien auf einer Bottle-to-Bottle-Recyclinganlage vom Typ recoSTAR PET 165 art von Starlinger lebensmitteltaugliches rPET-Granulat her. Die Anlage ist seit der ersten Hälfte 2025 in Betrieb und verarbeitet Post-Consumer-PET-Flaschen zu bis zu 16.000 Tonnen Granulat in Flaschenqualität pro Jahr.

Im März 2026 hat die Food Safety and Standards Authority of India (FSSAI) den Recyclingprozess des Unternehmens endgültig zugelassen. RiBotl gehört damit zu derzeit 13 indischen Herstellern, die lebensmitteltaugliches rPET für Getränkeflaschen, Lebensmittelbehälter, Schalen und andere PET-Verpackungen herstellen. Nach Angaben des Unternehmens entspricht das Granulat zudem den Vorgaben der EFSA und der US-FDA.
Post-Consumer-Flaschen aus informeller Sammlung werden zu rPET-Granulat
Ausgangsmaterial für die Produktion sind gebrauchte PET-Flaschen, die RiBotl über das informelle Abfallsammelsystem bezieht. Über dieses System werden in Indien mehr als 90 Prozent der PET-Flaschenabfälle gesammelt. „Wir sind auf Post-Consumer-Abfälle spezialisiert und machen daraus lebensmitteltaugliches Material. Dabei wandeln wir ein stark variierendes Eingangsmaterial in ein rückverfolgbares und gleichbleibend hochwertiges Produkt um“, erklärt Ankit Jain, Geschäftsführer von RiBotl.
Nach der Gründung im Jahr 2023 begann RiBotl mit einer Produktionsanlage für rPET-Flakes. Dort durchläuft das Material einen vierstufigen Sortier- und Reinigungsprozess, und die Flakes werden unter dem Markennamen DiamondPET vermarktet. Das rPET-Granulat aus der Starlinger-Anlage, deren Jahreskapazität bei bis zu 16.000 Tonnen liegt, erweitert diese Marke und wird als DiamondPET-Granulat verkauft.
Seit April 2026 gilt in Indien eine Abfallwirtschaftsverordnung, mit der die Sammelquoten steigen und Recyclingunternehmen besser mit Material versorgt werden. Sie schreibt vor, Abfälle direkt an der Quelle in vier Stoffströme zu trennen, sodass Recycler verlässlicher sauberes und einheitliches Eingangsmaterial erhalten. Das erhöht die Verwertungs- und Recyclingeffizienz und ermöglicht technologiegestützte Lösungen wie intelligente Sammlung, datengesteuerte Routenplanung und automatisierte Sortierung.
FSSAI-Zulassung verlangt lückenlos dokumentierte Prozesse
Für die Zulassung durch die FSSAI muss ein Recycler unter anderem die Dokumente, Aufzeichnungen und Zertifikate sowie die Audit- und Prüfberichte erstellen, die in den FSSAI-FCM-rPET-Richtlinien festgelegt sind. Diese Voraussetzungen gelten für jeden zugelassenen Recycler in Indien, und die Behörde kann Produktionsanlagen und Aufzeichnungen sowohl vor als auch nach der Zulassung prüfen. Auf dieser Grundlage stellt RiBotl sein rPET-Granulat für Getränkeflaschen, Lebensmittelbehälter, Schalen und weitere PET-Verpackungen bereit.
„Neben unserem Super-Cleaning-PET-Recyclingverfahren, das die strengsten Kriterien für Lebensmittelsicherheit wichtiger nationaler und internationaler Behörden sowie renommierter Markeninhaber erfüllt, ist die präzise Echtzeit-Prozessüberwachung inklusive Dokumentation und Datenspeicherung, mit der unsere Recyclinganlagen ausgestattet sind, sicherlich ein weiterer wichtiger Vorteil, insbesondere im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften“, erklärt Paul Niedl, kaufmännischer Leiter von Starlinger Recycling Technology. „Mit Hilfe der erstklassigen Recyclingtechnologie von Starlinger stellen wir EFSA- und US-FDA-konformes rPET-Granulat her. Damit zählen wir zur Riege jener Recyclingunternehmen weltweit, die über diese hochmoderne betriebsinterne Ausstattung verfügen“, so Jain.
Familie Jain wechselt vom Faserrecycling ins Bottle-to-Bottle-Geschäft
Virendra Jain und sein Sohn Ankit Jain haben RiBotl Solutions gegründet. Das Unternehmen hat heute mehr als 250 Mitarbeiter und verarbeitet pro Jahr rund 22.000 Tonnen Kunststoffabfälle aus dem Endverbraucherbereich. Daraus entstehen neben rPET-Flakes, rPET-Granulat und rPET-Sheet auch rHDPE- und rPP-Granulate.
Die Familie Jain ist seit den 1990er-Jahren mit Recycling verbunden. Damals verarbeitete Ankit Jains Großvater PET-Garnabfälle zu Fasern. Ankit Jain trat 2009 in das Familienunternehmen Jai Corp Ltd. ein und setzte das Garnrecycling fort, nun mit Schwerpunkt auf recycelten Polyesterfasern. Daraus ging das neue Unternehmen Aero Fibre hervor.
Als Indien Richtlinien zur Bewirtschaftung von Kunststoffabfällen einführte, entschied sich die Familie für den Einstieg ins PET-Bottle-to-Bottle-Recycling. 2024 verkaufte sie den Recyclingbereich von Aero Fibre an die bereits zuvor gegründete RiBotl Solutions.


