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Digitalisierung der Lebensmittel- und Getränkebranche stockt

05.11.2026

Nicht vernetzte Daten und Systeme hindern viele Unternehmen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie daran, aus ihren Investitionen in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz den vollen Nutzen zu ziehen. Zu diesem Ergebnis kommt TraceGains in der Studie „The State of Digital Transformation in Food & Beverage 2026“, für die das Unternehmen 423 Fach- und Führungskräfte aus 28 Ländern befragt hat.

Kernergebnisse der TraceGains-Studie zur Digitalisierung der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. | Grafik: TraceGains
Kernergebnisse der TraceGains-Studie zur Digitalisierung der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. | Grafik: TraceGains

40 Prozent der Befragten sehen in nicht vernetzten Systemen und Daten ihre größte operative Hürde, und nur neun Prozent geben an, dass ihre Organisation zwischen den Abteilungen vollständig vernetzt arbeitet. Auch beim Einsatz von KI zeigt sich Zurückhaltung, die weniger auf technische Grenzen als auf Fragen des Vertrauens und der Genauigkeit zurückgeht.

Isolierte Systeme verzögern Abläufe, Innovation und Compliance

Abteilungsgrenzen trennen in vielen Organisationen noch immer Daten und Abläufe, 37 Prozent der Befragten beschreiben ihre Organisation als „in einigen Bereichen weiterhin von Silos geprägt“. Im Arbeitsalltag verlieren viele Befragte Zeit, weil sie auf Informationen warten oder Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführen müssen.

Die Folgen zeigen sich laut Studie in Verzögerungen bei operativen Abläufen, in der Innovationsentwicklung, bei der Compliance und in der Entscheidungsfindung. Fragmentierte Prozesse sind damit nicht nur ineffizient, sie verursachen zunehmend auch Kosten. Steigende Rohstoffkosten, Zölle, neue Lieferantenkonditionen und anhaltende Störungen der Lieferkette treiben die Preise, sodass Unternehmen rasch und präzise entscheiden müssen. 29 Prozent der Befragten sehen daher die mangelnde Vernetzung als größte Herausforderung für das kommende Jahr 2027.

An Technologie fehlt es der Branche nicht, die Digitalisierung stockt vielmehr daran, dass Unternehmen ihre Systeme nur schwer miteinander verbinden. Zusätzliche Technologie löst die Fragmentierung allein nicht, wenn Informationen weiterhin zwischen E-Mails, Tabellen und PDFs verteilt bleiben.

Vertrauen und Genauigkeit entscheiden über den Einsatz von KI

Beim Einsatz Künstlicher Intelligenz, in die die Branche im Zuge der Digitalisierung zunehmend investiert, stoßen Unternehmen weniger an technologische als an Vertrauensgrenzen. 53 Prozent der Befragten sehen die wichtigste Rolle von KI in der Automatisierung repetitiver Arbeit, 43 Prozent zeigen sich grundsätzlich interessiert, bleiben aber vorsichtig. Die Studie beschreibt die Branche damit als neugierig und pragmatisch, aber noch nicht vollständig überzeugt.

Für 30 Prozent der Befragten sind Vertrauen und Genauigkeit die größte Hürde bei der Einführung. Ein Viertel gibt an, dass Datenschutz auf Unternehmensniveau beziehungsweise Compliance-Schutzmaßnahmen das Vertrauen in KI-Anwendungen erhöhen würden.

Rückverfolgbarkeit und Echtzeitdaten als Prioritäten der Digitalisierung

Die Studie geht davon aus, dass Unternehmen zunehmend auf integrierte Datenplattformen setzen werden. Begründet wird das mit den Prioritäten der Befragten. 34 Prozent sehen eine durchgängige End-to-End-Rückverfolgbarkeit als entscheidenden Erfolgsfaktor, 32 Prozent betrachten vernetzte Echtzeitdaten als höchste operative Priorität der kommenden Jahre.

Voraussetzung dafür ist aus Sicht der Studie ein vernetztes Ökosystem, in dem Teams Lieferanten-, Qualitäts-, Regulatory-, Produkt-, Verpackungs- und Rückverfolgbarkeitsdaten reibungslos austauschen. Auf diesem Austausch soll die weitere Digitalisierung aufbauen, um Effizienz, Resilienz und Innovationsgeschwindigkeit dauerhaft zu steigern.

Die Erhebung wurde im Mai 2026 durchgeführt und umfasst neun Funktionsbereiche der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Die meisten Befragten arbeiten in Qualitätsmanagement, Lebensmittelsicherheit und Regulatory Affairs, dazu kommen Geschäftsleitungen sowie Mitarbeiter aus Forschung und Entwicklung und aus dem Einkauf. TraceGains verbindet mit seinem Ökosystem Hersteller, Marken und Lieferanten der Branche und führt Daten zu Beschaffung, Compliance, Qualität, Produktentwicklung und Kennzeichnung zusammen. Mehr als 1.500 Unternehmen in 167 Ländern nutzen das System. Die vollständige Studie ist bei TraceGains abrufbar.

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