Die Vetropack-Gruppe hat bei ihrem ersten Capital Markets Day die Strategie 2035 präsentiert und damit erstmals öffentliche Ziele über das laufende Geschäftsjahr hinaus festgelegt. Bis 2030 will der Glasverpackungshersteller stärker als der Markt wachsen und zu einer zweistelligen operativen Marge zurückkehren.

Die Gruppenleitung erläuterte dabei die Initiativen, auf denen diese Ziele aufbauen. Sie reichen von Produkt- und Servicelösungen für Kunden aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie über strukturell wachsende Marktsegmente und Exportmärkte bis zu effizienteren Abläufen und einem höheren Altglasanteil in der Produktion.
Strategie 2035 knüpft das Wachstum an Auslastung und Effizienz
Der Strategie 2035 ging eine umfassende Überprüfung der bisherigen Ausrichtung voraus, in die Markt- und Nachhaltigkeitstrends, Kundenbefragungen und externe Studien eingeflossen sind. Ende August verabschiedete der Verwaltungsrat die überarbeitete Strategie, ihre Eckpunkte wurden mit dem Semesterbericht 2026 veröffentlicht. Vor Investoren, Analysten und Vertretern der Finanzmedien legte die Gruppenleitung beim Capital Markets Day dar, welche konkreten Schritte sich daraus ergeben.
Die finanziellen Ziele beziehen sich auf den Zeitraum bis 2030 mit dem Jahr 2025 als Basis. Zu konstanten Wechselkursen erwartet Vetropack ein Umsatzwachstum im tiefen einstelligen Prozentbereich, das über dem Markt liegt, außerdem eine Erholung des Betriebsergebnisses und zum Ende der Mittelfristperiode eine zweistellige Marge. „Mit der Strategie 2035 definieren wir erstmals öffentliche mittelfristige Ziele über das laufende Geschäftsjahr hinaus“, erklärte David Zak, Chief Financial Officer der Vetropack-Gruppe.
Erreichen will das Unternehmen diese Ziele vor allem über eine höhere Auslastung seiner Produktionskapazitäten, einen verbesserten Produktmix und mehr Effizienz. Investiert wird umsichtig in die Markt- und Produktentwicklung sowie in eine Produktionsinfrastruktur, die flexibler und produktiver arbeiten soll. Auf das eingesetzte Kapital strebt Vetropack mittelfristig eine zweistellige Rendite an.
Um die Kostenbasis zu verbessern, setzt die Gruppe auch bei den eigenen Abläufen an. Die Prozesse werden über Funktionen und Standorte hinweg aufeinander abgestimmt und vereinfacht. „Ein wichtiger Hebel liegt für uns in der Standardisierung, Automatisierung und Digitalisierung unserer Prozesse“, erläuterte Guido Stebner, Chief Technology Officer der Vetropack-Gruppe. „Das senkt nicht nur Kosten. Es macht uns flexibler und schafft verlässliche Qualität für unsere Kunden.“
Vetropack richtet sein Angebot auf Getränke- und Lebensmittelkunden aus
Drei Wachstumshebel sollen Vetropack ein profitables Wachstum im tiefen einstelligen Prozentbereich ermöglichen. Mit der Strategie will das Unternehmen sein Angebot an Verpackungs- und Servicelösungen im Lebensmittel- und Getränkemarkt ausbauen und den Kundennutzen entlang der Wertschöpfungskette erhöhen. „Wir haben den Blick in die Zukunft gerichtet, dafür Industrietrends eingehend analysiert und unsere Positionierung kritisch hinterfragt. Vor allem aber haben wir uns gefragt: Wie können wir in diesem künftigen Marktumfeld sicherstellen, dass wir profitabel wachsen?“, sagte Lukas Burkhardt, CEO der Vetropack-Gruppe. „Die Antwort darauf ist unsere Strategie 2035 und als Teil davon konkrete Initiativen, mit denen wir diese Trends nutzen können, alle mit klaren Zielen, Kennzahlen und Verantwortlichkeiten hinterlegt. So stellen wir sicher, dass wir unsere Fortschritte laufend messen und gezielt steuern können.“

Der erste Hebel betrifft Produkt- und Servicelösungen, die Kunden über die reine Verpackung hinaus unterstützen. Vorgesehen sind dafür eine frühzeitige Einbindung der Kunden, die gemeinsame Entwicklung von Lösungen und kurze Reaktionszeiten sowie die Qualität von Produktentwicklung, Produkten und Service. „Unsere Kunden erwarten mehr als eine qualitativ hochwertige Glasverpackung von uns“, erklärte Evan Williams, Chief Commercial Officer der Vetropack-Gruppe. „Sie suchen einen Partner, der ihre Herausforderungen versteht, gemeinsam Chancen erschließt und messbaren Mehrwert schafft. Genau daran richten wir unser Angebot zunehmend aus.“
Als zweiten Hebel nennt Vetropack strukturell wachsende Segmente, darunter alkoholreduzierte und alkoholfreie Getränke, Nahrungsmittel und Premiumweine. Sie verlangen eine hohe Kompetenz in der Produktentwicklung und bieten zugleich die Möglichkeit, zusätzlichen Mehrwert für Kunden zu schaffen. Den dritten Hebel bildet die systematische Entwicklung von Exportmärkten, in denen Vetropack sein Produktionsnetzwerk und sein Produktportfolio als Wettbewerbsvorteil nutzen will.
Insgesamt gliedert sich die Strategie 2035 in fünf Säulen. Neben Kundenorientierung, Wachstum über Lösungen und Marktentwicklung sowie Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit zählen dazu die Bereiche Mitarbeiter und Unternehmenskultur sowie Nachhaltigkeit. Für die Mitarbeiter sieht die Strategie eine langfristig angelegte Personalentwicklung mit Talentförderung, Investitionen in Weiterbildung und einer Führungskultur vor, die Orientierung geben und Entwicklungsperspektiven öffnen soll.
Leichtere Mehrwegflaschen und mehr Altglas in der Produktion
Ein Beispiel für Lösungen über die Verpackung hinaus ist Rezon, die thermisch gehärtete Leichtglasflasche von Vetropack. Sie ist bis zu 30 Prozent leichter als eine herkömmliche Mehrwegflasche und erreicht deutlich mehr Umläufe. In Österreich steht der Brauwirtschaft bereits eine Mehrwegflasche auf Basis von Rezon als Standardlösung zur Verfügung, die zur Erfüllung der nationalen Mehrwegquote beiträgt.

Am Standort Pöchlarn überführt Vetropack die Technologie derzeit schrittweise in die industrielle Großproduktion und macht sie damit weiteren Märkten zugänglich. Nachhaltigkeit bleibt darüber hinaus fester Bestandteil der Strategie 2035. Gruppenweit soll der Altglasanteil in der Produktion weiter steigen, während Emissionsreduktion, verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen und verantwortungsvolle Unternehmensführung in einer gemeinsamen Roadmap zusammengeführt werden.
Gemeinsam mit Coca-Cola Europacific Partners Deutschland und Myneral Labs hat Vetropack eine Lösung zur Serialisierung von Mehrwegflaschen entwickelt, die Kreislaufwirtschaft und Innovation verbindet. Die Entwicklung wurde 2026 mit dem Deutschen Verpackungspreis ausgezeichnet.


